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Flexible Kinderbetreuung

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Die flexible Kinderbetreuung ist ein Angebot des Servicebereichs Familienbüro der TU Berlin in Kooperation mit dem Träger Die Kinderwelt gGmbH. Studierende und Beschäftigte der TU können stundenweise ihre Kinder im Alter von acht Wochen bis zwölf Jahren durch pädagogisch geschultes Personal des Trägers bis zu zwölf Stunden die Woche an der Uni betreuen lassen. So können Veranstaltungen und Vorlesungen besucht, Abschlussarbeiten fertig gestellt und wichtige Termine von Studierenden und Mitarbeiter*innen wahrgenommen werden. Der Fokus liegt hier auf einer deutlich verbesserten Vereinbarkeit von Studium bzw. Arbeit und Familienaufgaben.

Die Anmeldung zur Betreuung sollte über das Onlineformular mindestens zwei Wochen vor dem gewünschten Termin erfolgen. Vor der ersten Betreuung findet im Familienbüro ein verbindliches Informationsgespräch statt. Passen alle Modalitäten für beide Seiten, wird die Buchung an Die Kinderwelt gGmbH weitergeleitet.

Silvana-Sarina Koch ist seit 2015 Betreuerin und Teamleiterin für die TU Berlin bei Die Kinderwelt gGmbH und hat uns ein paar Fragen rund um ihre Arbeit an der Uni beantwortet. Sie selbst hat 2 Kinder (5 und 13 Jahre alt) und ist stolz auf die Entwicklung ihrer Kinder und ihren eigenen beruflichen Werdegang.

(Interview geführt im Oktober 2019 von Julia Sommer)

 

Wie ist der weitere Ablauf, wenn eine Buchung an die Kinderwelt weitergeleitet wurde?

Wenn die Kostenübernahme durch das Familienbüro bestätigt wurde, schaue ich, ob das Kind vom Alter in meine Kindergruppe passt. Ist dem so, schreibe ich die Eltern an, sonst leite ich es an andere Betreuer*innen weiter. In meinem Team habe ich drei bis vier Mitarbeiter*innen, auch falls ich mal ausfalle, die vorranging an der TU betreuen. Ich lade die Eltern dann ein, einfach mal während meiner Arbeitszeit vorbeizukommen und zuzusehen, wie ich arbeite, den Raum, die Kinder und mich kennenlernen. Der erste feste Termin findet dann ebenfalls mit den Eltern statt. Diese sollten anfangs möglichst lange dabei sind. Wenn ich merke, das Kind löst sich von den Eltern, beginne ich mit der Eingewöhnung. Mir ist wichtig, dass die Kinder sich jedes Mal von den Eltern verabschieden. Grundsätzlich dauert es bis zu 4 Wochen bis das Kind richtig in der Gruppe angekommen ist. Die flexible Kinderbetreuung ist nicht für alle Kinder geeignet. Es gibt Kinder, die sich nicht von den Eltern trennen können. Wenn es da nach mehrwöchiger Eingewöhnungsphase immer noch nicht klappt, ist es für das Kind auch nicht das Richtige.

 

Wie weit dürfen die Eltern sich denn entfernen?

Sie dürfen jetzt natürlich nicht das Kind im EB-Gebäude abgeben und zum TIB-Gelände fahren. Es ist wichtig, dass sie jederzeit erreichbar und in der Nähe sind. Wir sagen immer ca. 10 Minuten von meinem Betreuungsraum entfernt.

 

Wie viele TU-Kinder betreuen Sie durchschnittlich wie lange in der Woche?

Im Sommersemester 2019 waren es zum Beispiel fünf bis sieben Kinder, am Anfang des WiSe 19/20 hatte ich anfangs nur ein Kind. Letzteres benötigte da drei Stunden Betreuung die Woche.

Ob Kinder dann täglich oder nur einmal die Woche betreut werden, ist unterschiedlich. Bei Veranstaltungen wird die Betreuung auch gerne einmalig von den Mitarbeiter*innen der TU genutzt.

Ich allein betreue höchstens 3 Kinder parallel. Sind es mehr Kinder, dann habe ich eine weitere Betreuerin da.

In der Regel bleiben die Kinder ein bis zwei Semester bei mir. Dann gehen sie meist in die Kita.

 

Wie alt sind die Kinder, die Sie hier betreuen?

Für längere Betreuungen werden hier eher kleine Kinder und Babys abgegeben. Größere eher, wenn die Kita streikt oder zu ist oder die Tagesmutter krank ist. Das sind dann seltene Einzeltermine. Schulkinder haben wir ganz selten zum Beispiel in den Ferien oder bei Veranstaltungen. Vor kurzem hatten wir ein Kind von drei Monaten begleitet. Es ist jetzt ein Jahr geworden und geht nun in den Kindergarten. In dem Alter kann anfangs natürlich nur eine eins zu eins Betreuung stattfinden.

In meiner Gruppe habe ich immer Kinder im Alter von 6 Monaten bis 2 Jahren.

 

Was motiviert Sie in Ihrem Job? Was mögen Sie an Ihrer Arbeit?

Die Kinder, die Arbeit, die Dankbarkeit der Eltern. Ich mag die Abwechslung und jedes Semester andere Kinder kennenzulernen. Die Kinder geben auch so viel wieder. Wir singen und musizieren viel mit ihnen, wenn sie nach der Eingewöhnung in der Gruppe angekommen sind. Das ist dann so entspannt, harmonisch und locker und wir lachen viel. Das ist dann auch für mich total schön.

Mir ist es aber vor allem wichtig, dass die Kinder sich hier wohl fühlen, dass ich während ihrer Zeit hier ihr sicherer Hafen bin und die Eltern sich nicht sorgen müssen, sondern entspannt ihren Aufgaben nachgehen können.

 

Gibt es welche, die sich besonders ins Herz brennen? Hat man mit denen noch irgendwie Kontakt oder verliert sich das?

Ja. Ich erinnere mich natürlich noch genau an das erste Kind, was ich in der Kinderwelt betreut habe. Das werde ich nie vergessen und da ist auch noch ein Kontakt vorhanden.

Bei anderen Kindern kommen manchmal die Eltern auch einfach mal so im EKZ vorbei, weil sie noch an der Uni studieren oder arbeiten. Ich habe auch schon Kinder betreut und eine Weile später das Geschwisterkind. So habe ich dann auch das erste Kind wiedergesehen.

Beim Abschied der Kinder in die Kita können auch mal ein paar Tränchen fließen.

 

Wie ist die Reaktion der Eltern auf die Betreuungsmöglichkeit direkt an der Uni?

Durch die aktuelle Situation, in der es schwer ist, einen Kitaplatz zu bekommen, sind sie sehr dankbar, dass es dieses Angebot gibt. Sie zeigen mir immer wieder, wie wichtig unsere Arbeit ist. Ich habe auch den Eindruck, das Angebot wird immer mehr genutzt. Manche Eltern hätten gerne mehr Stunden. Aber dann kommen wir eben in den Bereich der Regelbetreuung und das können wir nicht gewährleisten. Wir sind keine Kita.

 

Gibt es Dinge, die Sie nachdenklich stimmen?

Wenn die Eltern enormen Druck haben zu arbeiten oder zu studieren und das Kind nicht für die Fremdbetreuung geeignet ist, aber doch der Wunsch oder äußere Zwang besteht, es bei uns zu lassen. Ich breche sowas dann ab, weil es nicht gut für das Kind ist. Das Kind steht an erster Stelle. Es zu betreuen, wenn es dauerhaft unglücklich ist, kann großen Schaden anrichten.

 

Was würden Sie sich für die Zukunft wünschen?

Es wäre toll, wenn mehr Eltern die Chance nutzten, auch außerhalb der gebuchten Betreuungszeiten den Raum kennenzulernen und öfter vorher den Raum, in dem ich dann betreue, zusammen mit ihrem Kind besuchten. Das machen leider viel zu wenige Eltern. Ihnen ist der Weg zu weit oder es passt zeitlich für sie nicht. Mit diesen Kindern dauert die Eingewöhnung in der Regel länger, denn sie müssen dann ja auch noch zusätzlich den Raum kennenlernen.

Außerdem wäre es schön, wenn viel mehr Eltern die Betreuung nutzen könnten durch ein höheres Budget zum Beispiel.

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